Wie geht es weiter mit Digital Signage?

Unternehmen stehen vor der größten Herausforderung, der sie jemals begegnet sind – die Digital Signage-Branche bildet da keine Ausnahme. Da die meisten Einzelhändler rund um den Globus schließen mussten, Flughäfen und Bahnhöfe kaum Reisende befördern, Restaurants und weitere Freizeitgestaltungsoptionen bedingt verfügbar sind, beurteilen die Hauptakteure der Digital Signage Branche die Auswirkungen auf das Geschäft. Die Frage kommt auf: Wie entwickelt sich Digital Signage aufgrund der Corona-Pandemie?

Diese Entwicklung versuchen wir, in drei Phasen zu beschreiben.

Jetzt

In den letzten Wochen ist die Welt in eine Art Stillstand geraten. In dieser Zeit findet sich die Branche in verzögerten Installationen, abgeschalteten Werbekanälen und schwindenden monatlichen Einnahmen wieder. Wie der Rest der Geschäftswelt bringen auch die Digital Signage-Unternehmen Energie und Ressourcen auf, um die Krise bestmöglich zu meistern. Marken lancieren groß angelegte DOOH Kampagnen zur Förderung des Social Distancing und Content zur Schärfung des Bewusstseins für sanitären Maßnahmen wird von CMS Dienstleistern ausgespielt. Aus geschäftlicher Sicht ist es nun an der Zeit, die Bedingungen sowohl mit Kunden als auch mit Lieferanten neu zu verhandeln.

Nahe Zukunft

Vor wenigen Wochen haben wir die Einführung von kioskähnlichen Displays mit integrierten Sensoren erlebt, die für eine Welt in der Krise gebaut wurden. Diese Systeme sind mit Temperatursensoren und Echtzeit-Entfernungsmessung ausgestattet. Digitale Beschilderung erweist sich als perfektes Instrument zur Erfassung der Belegungsdaten von Innenräumen - ein wichtiger Aspekt bei der Einhaltung lokaler Regierungsvorschriften und Richtlinien. Darüber hinaus werden Mobiltelefone zu einer Art Fernbedienung für digitale Billboards. Eine Technologie, die es schon seit einiger Zeit gibt, deren Bedeutung aber erst jetzt erkannt wird. Ein Smartphone kann eben mehr als nur kontaktloses Bezahlen.

Nach einer mehrmonatigen Abrieglung bereiten sich Länder auf eine langsame Deeskalation der Lage vor und öffnen schrittweise die Geschäfte. Nationen, die schwerer von der Krise getroffen wurden, müssen womöglich länger ausharren, bis Produkte wieder über die physische Ladentheke gehen können. In gewissen Geschäften könnte es dann zu Black-Friday ähnlichen Verhältnissen mit großen Anstürmen kommen. Wie das bewältigt werden kann? Vereinbarte Termine im Geschäft oder Verbesserung der Buy and Collect Experience? Klar ist, dass der Sicherheitsaspekt das Kaufempfinden bestimmen wird.

Was wird neu sein?

Aufgrund von geringeren Belegungszahlen und der zu erwartenden rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung werden Digital Signage-Bildschirme eine umfassendere Rolle spielen als nur die Anzeige von Werbeaktionen und Speisekarten.

Wie bereits erwähnt, wird die mobile Integration eine größere Rolle in der Shopping Experience spielen. Die zukünftige Realität bewegt sich von der Touchinteraktivität zur Stimme, Gestik und Haptik. Durch entwickelte Technologien werden Kunden wahrscheinlich weniger Zeit im Geschäft verbringen, weshalb die Digital Signage Branche versuchen muss, das Einkaufserlebnis vor Ort zu maximieren. IoT und Datenanalyse werden stärker integriert, wobei zu analysierende Datenmassen aus verschiedenen Quellen stammen werden. An sich keine neue Innovation, aber noch nie zuvor ist dies in großem Maßstab implementiert worden.

Die Unternehmenskommunikation ist ein weiterer möglicher Bereich mit großem Wachstum. Während die meisten Unternehmen darüber nachdenken, wie sie ihre Räume in dieser neuen Normalität nutzen können, wird Digital Signage verstärkt zur Anzeige der Raumbelegung oder Gesundheitskennzahlen genutzt.

Eine Vorhersage zu treffen, wie es genau weitergeht, ist unmöglich. In jeder Krise entstehen jedoch neue Ideen, gestärkte Unternehmen und innovative Produkte, weshalb man zuversichtlich in die Zukunft der Digital Signage Branche blicken kann.